Jan 19

Kostenfreie Rechtsberatung

Mensch ist Mensch e.V. führt am 25.01.2017 ab 13:00 Uhr wieder die kostenfreie Rechtsberatung mit Fachanwälten durch.
Ab dem 25.01.2017 führt Mensch ist Mensch wieder im 14-tägigen Rhythmus Rechtsberatungen durch.

Vormerktermine können über info[ät]menschístmensch.de via E-Mail gemacht werden, jedoch kann auch jeder ohne
Termin bis 15 Uhr vorsprechen. Um eine möglichst umfassende Beratung zu ermöglichen,
sollten hierfür möglichst vollständige Unterlagen mitgebracht werden.

Dez 31

Rückblick 2016

Im Rückblick war das Jahr 2016 für den Verein verbunden mit vielen Veränderungen und leider auch Einschnitten.

 

So setzte sich die bereits 2015 absehbare Entwicklung fort, dass wir für das Vereinslokal immer mehr Kosten zu übernehmen hatten. Damit musste dann im ersten Halbjahr 2016 die Notbremse gezogen werden und die Suche nach einer neuen Geschäftsstelle erhielt erste Priorität. Nachdem in Hochfeld kein geeignetes Objekt zu finden war, nahm der Vorstand dann ein Angebot der LEG Wohnungsgesellschaft an, die eine Wohnung in Alt-Hamborn als neue Geschäftsstelle anbot.

 

Gegen die neue Geschäftsstelle sprach, dass wir in Hochfeld mittlerweile bestens vernetzt waren, die Masse unserer Kunden, als auch unserer ehrenamtlicher Helfer aus diesem Stadtteil kamen. Gleichzeitig ist die Steigerstr. mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut zu erreichen.

Ausschlaggebende Kriterien für die Annahme des Angebots der LEG waren folgende. Da die LEG dem Verein verlässlich die neue Geschäftsstelle gegen Bezahlung der reinen Betriebskosten überließ, können diese planbar rein über Spenden eines Fördermitglieds bestritten werden. Damit wäre auch im Falle einer notfalls notwendigen Vereinsauflösung eine ordnungsgemäße Abwicklung gewährleistet. Weiterhin kann dadurch immerhin einer der drei Minijobs erhalten bleiben, ohne das für die Mitarbeiter die dauernde Drohung der betriebsbedingten Kündigung im Raume steht, sofern das Spendenaufkommen nicht ausreichend ist. In der neuen Geschäftstelle ist durch die Aufteilung der Räumlichkeiten sichergestellt, dass sowohl die Kundengespräche, als auch die Rechtsberatungen von den Wartenden getrennt erfolgen können und somit die Datenschutzkriterien als auch die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes eingehalten werden können. Im sanitären Bereich sind die Mindeststandards an die Hygiene nun gewährleistet und mit einer voll eingerichteten Küche besteht nun auch die Möglichkeit im Bereich der Drogen- und Obdachlosenhilfe entsprechende Angebote und Projekte zu starten.

 

Der durch uns 2015 gestellte Antrag auf europäische Fördermittel um den Minijob unserer Sprachmittlerin auf eine auf drei Jahre gesicherte Vollzeitbasis zu stellen wurde im Juli des Jahres durch die Bundesanstalt für Arbeit abgelehnt. Gleichzeitig verstarb im August das Fördermitglied, welches bisher zumindest die Mittel für den Minijob zur Verfügung gestellt hatte. Damit verlor der Verein im September einen der wichtigsten Aktivposten zur Integrationshilfe für Sinti und Roma.

 

Auf eigenen Wunsch schieden mit Wechsel der Geschäftsstelle auch der bisherige Geschäftstellenleiter und viele der ehrenamtlichen Helfer aus. Auch an dieser Stelle möchten wir all diesen Menschen für die geleistete Arbeit, auch im Namen der Kunden, danken.

 

Danken möchten wir auch den vielen anonymen Spendern, als auch im Besonderen unseren Fördermitgliedern, die durch ihre finanziellen Zuwendungen die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer erst möglich machen.

 

Nach Einrichtung und Reorganisation der neuen Geschäftsstelle ist diese nun seit dem 01.10.2016 an zwei Tagen die Woche für Ratsuchende wieder geöffnet. Im Januar 2017 nehmen wir auch die kostenfreie Rechtsberatung wieder auf.

 

Ausblick auf 2017

 

Schwerpunkt des Vorstands wird 2017 die Vernetzung mit der im sozialen Bereich tätigen Organisationen und Vereine im Duisburger Norden sein. Gleichzeitig ist es wichtig wieder einen Stamm an verlässlichen Mitstreitern aufzubauen, so dass unser Angebot wieder an fünf Tagen die Woche für Rat- und Hilfesuchende offen steht.

 

Insofern möchten wir also nicht nur an die Spendenbereitschaft appellieren, sondern interessierte Menschen herzlich einladen sich im Verein gemäß ihrer Interessen und Möglichkeiten einzubringen.

 

Spenden können Sie:

 

Hier geht es zu den Spenderinfos

 

Kontakt über

Kontakt[ät]menschistmensch.de

 

Mensch ist Mensch wünscht allen einen guten Rutsch und ein gesundes erfolgreiches Jahr 2017

 

 

Duisburg, im Dezember 2016
Mensch ist Mensch e.V.
Der Vorstand

Dez 30

Internetpräsenz beschädigt.

10.12.2016

Nachdem am 28.11.2016 bereits eine Hackerattacke unsere Webseite für ungefähr einen Tag beschädigte, führte eine erneute Attacke am 10.12.2016 zur Löschung aller Sicherungskopien unseres Webauftrittes. Da auch alle Sicherungskopien gelöscht wurden musste dieser Auftritt vollkommen neu aufgesetzt werden. Mit dem 30.12.2016 sind wir also wieder im Netz verfügbar und hoffen das sich selbiges nicht wiederholt. Wir bitten um Verständnis wenn es noch ein wenig dauert bis alle Funktionalitäten in der gewohnten Qualität wieder aufgesetzt sind.

 

 

Dez 30

Umzug der Geschäftsstelle

01.07.2016

Bedingt durch die Änderung der Rahmenbedingungen musste die Geschäftsstelle auf der Hochfeldstr. aufgegeben werden.

Nachdem ursprünglich die volle Kostenfreiheit der Räumlichkeiten der Geschäftsstelle vereinbart war, musste der Verein im Laufe des Jahres 2015 nacheinander die Kosten für Elektrizität und Heizung übernehmen. Nachdem dann im März 2016 auch die Raummiete zur Debatte gebracht wurde, reichte die planbare finanzielle Ausstattung des Vereins nicht mehr aus um den Geschäftsstellenbetrieb sicherzustellen. Daher musste nun dringend ein Ersatz gesucht werden.

Erfreulicherweise fand sich mit der LEG Wohnungsgesellschaft zeitnah ein Anbieter für Räumlichkeiten in ALt-Hamborn gegen Zahlung der anfallenden Betriebskosten. Daher wurde das Vereinslokal auf der Hochfeldstr, 34 zum 30.06.2016 an den Eigentümer übergeben und der Geschäftsbetrieb auf der Steigerstraße 4A zum 01.09. in einem eingeschränkten Rahmen wieder aufgenommen.

Leider sahen sich viele der ehrenamtlichen Helfer außerstande die mit öffentlichem Personennahverkehr eher schlecht erreichbare neue Geschäftsstelle zu erreichen und mussten ihr Engagement daher bei uns einstellen.

Wir möchten all denen, die durch ihr Engagement, das Einbringen von Sachleistungen und das Geben von Spenden die Arbeit vom 01.07.2014 bis zum 30.06.2016 überhaupt erst ermöglichten unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen den guten Ruf den sich der Verein in dieser Zeit erarbeitet hatte möglich zu machen.

Dez 30

Die Weihnachtsbescherung, eine Nachlese auf den 23.12.2015

Um den Betrieb der Geschäftsstelle bis zum 23.12. gewährleisten zu können, wurden die fertig vorbereiteten Geschenktüten nach dem Packen am 18.12. in einer Garage zwischengelagert. Der Umfang der gepackten Tüten ergab einen bis auf den Beifahrersitz gefüllten Kleintransporter und eine ebenso volle Kombilimousine. Ein Teil der Geschenke wurde nach Geschäftstellschluss am 22.12. wieder dort eingelagert. Die restlichen Geschenke wurden am Vormittag des 23. wieder nach Hochfeld gefahren.

 

 

23.12.2015 Ausgabetag

11:30 Beim Eintreffen des Transporters war der Gehweg vor der Geschäftstelle
bereits mit rund 30 Kindern und deren Erziehungsberechtigten stark belegt.
Es wurde daher entschieden mit dem Ausladen zu warten, bis alle ehrenamtlichen Helfer und die für diesen Tag im Dienst befindlichen Mitarbeiter eingetroffen seien.

11:45 Während sechs Mitarbeiter die Kartons aus dem Auto in den hinteren Bereich
der Geschäftsstelle brachten, sorgten vier weitere Mitarbeiter dafür, dass auch weiterhin Passanten den Gehweg nutzen und auch der Eingangsbereich durch unsere Mitarbeiter behinderungsfrei passiert werden konnte. Dies war die erste Bewährungsprobe für unser späteres Türsteherteam. Denn trotz der rund zehn Erwachsenen vor der Tür, waren die Kinder so aufgeregt, dass immer wieder Druck zum Türbereich hin entstand und dadurch auch entsprechende Rangeleien.

12:00 Erste Teambesprechung. Es wurde kurz erörtert, ob wir nicht bereits deutlich früher mit der Ausgabe beginnen sollten, um den Druck auf die Tür und damit das zu befürchtende Verletzungsrisiko zu mindern. Da die vier Türsteher zuversichtlich sind die Lage unter Kontrolle halten zu können und letztlich auch der Beginn für 13 Uhr angekündigt war, wird entschieden den Veranstaltungsbeginn plangemäß einzuhalten.

12:15 Umbau des Büros, so dass eine Ausgabestelle direkt an der Tür entsteht. Die Türsteher und unsere Dolmetscherin setzen den Wartenden vor der Tür das Procedere auseinander. Plan ist, immer jeweils maximal acht Kinder mit Begleitperson einzulassen, diesen die Geschenke zu geben um sie danach wieder gehen zu lassen und somit einen Stau im Eingangsbereich zu vermeiden.

12:20 Simone lässt unsere Mitarbeiterinnen ihre Kinder durchzählen. In der Folge werden rund 12 alte und neue Freunde unserer Kinder vor die Tür komplimentiert.

12:25 Unruhe an der Tür. Es kämpft sich ein junger Mann durch den Auflauf ins Büro und fragt ob er wohl noch Spenden dürfe. Klar darf er. Etwas genervt erwarte ich also eine Tüte gebrauchtes Spielzeug, welches dann noch in Tüten zu verbringen wäre. Stattdessen bekomme ich einen Umschlag voller Bargeld.
Von einer privaten Initiative erhalten wir eine Barspende von rund 1000,-€. Durch so etwas lässt man sich die Tagesplanung gerne durcheinander bringen.

12:30 Lumi kämpft sich durch Tür um eine draußen aufgeworfene Forderung zu kommunizieren. Man ginge draußen davon aus, dass deutsche Interessenten entsprechend vorrangig behandelt würden und als erste dran kämen. Dies ruft in der Geschäftstelle mildes erstaunen hervor. Wir lassen Lumi vor der Tür entsprechend harsch verkünden, dass jeder in der Reihenfolge des Eintreffens bedient wird.
12:40 Wir werden informiert, dass auf Facebook entsprechende Mitteilungen die Runde machen, dass wir deutsche Interessenten wohl nicht so gerne sehen würden. Wir lassen auch hier klarstellen, dass uns die Nationalität herzlich egal ist, aber es keine Vorzugsbehandlung für wen auch immer gibt.

So mussten auch die jungen Damen innerhalb des Büros zur Kenntnis nehmen, dass sie ihre Weihnachtstüte erst nach allen anderen bekommen würden.

 

 

Gleichzeitig verabschieden wir uns von der Idee, die Bedürftigkeit prüfen zu wollen, dies ist bei der mittlerweile vor der Tür stehenden Menge zeitlich nicht zu machen. Wir stimmen uns darüber ab, dass einzeln vorsprechende Erwachsene mindestens die Ausweise oder einen entsprechenden Kindergeldbescheid vorlegen müssen. Auch dies lassen wir draußen kommunizieren.

12:50 Vor der Tür: Ciprian, Elvis, Marian, Pavel und Lumi.
An der Theke: Simone, Kurt und Roxanna
Logistikbereich: Bernd, Thomas, Tim und Elvira

Showtime

 

 

Zwischen 13:00 und 14:30 läuft alles rund. Die Tüten sind nach 4 Altersgruppen durchsortiert und daher geht die Ausgabe entsprechend schnell über die Bühne. In der Anfangsphase herrscht an der Tür noch häufig Gedränge, da die wartenden Kinder schon hineinwollen, während die grade beschenkten noch zur Tür hinaus gehen. Tumulte und Verletzte bleiben jedoch Dank der geschickt vor der Tür agierenden Crew aus. Es sind rund 250 Geschenke ausgegeben und es stellt sich heraus, dass wir für die 8-10 jährigen zu wenig Tüten gepackt haben.
Im fliegenden Wechsel wird die Mannschaftsaufstellung geändert. Am Ausgabentisch sorgen die beiden 12-jährigen Mädchen unserer Übersetzerinnen dafür, dass die Kinder ordentlich, und vor allem schnell, ihre rechte Hand zur Markierung auf den Tisch legen, damit Bernd die Kreuze machen kann. Es ist anzunehmen, dass ihnen die Wartezeit auf ihre Geschenke zu lang dauert und vor allem der schnelle Schwund der Tüten gewisse Ängste geschürt hat.
Im rückwärtigen Bereich packen Tim, Roxanna, Elvira und Kurt nun im Akkord Tüten je nach zugerufenem Bedarf im Akkord.

16:00 Der Andrang lässt merklich nach. Inmitten eines Trümmerfeldes aus leeren Umzugskartons, Müllsäcken, Postpaketen, Wäschekörben und Plastikkörben das erste Mal Zeit Luft zu holen.
Teambesprechung vor der Tür bei der ersten Zigarette seit 12 Uhr. Wir sind uns einig, dass wir eigentlich zu alt für solche Sachen sind. Allerdings war jede selig umarmte Tüte die unser Büro verließ den Aufwand wert. Derweil werden die noch vereinzelt eintreffenden Kunden von den beiden routiniert agierenden 12-jährigen Ausgabechefs, unterstützt von Elvis und Roxanna, bedient.

16:30 Die überall verstreuten Packgefäße werden eingesammelt und bei Bernd ins Auto verbracht um zum Wertstoffhof gefahren zu werden. Gegen 16:45 ähnelt die Geschäftstelle auch tatsächlich wieder einem Büro. Dann noch eben durchfeudeln lassen und ab auf die Couch, so mein Plan. Den durchkreuzen nun die resolut auftretenden Hilfskräfte im bedingt geschäftsfähigen Alter, welche mich nachdrücklich an mein leichtsinnig abgegebenes Versprechen erinnern, dass ihnen auch Weihnachtstüten zustehen, selbstverständlich bevorzugt durch eine Puppe bestückt.

 

 

17:15 Zermürbt durch die aggressive Verhandlungsführung kapituliert die Geschäftsführung schließlich. Den Kartontransporter wieder zum 7-Sitzer umgebaut geht es dann auf die nächste Mission: „Puppen für die Belegschaft“ Drei Mütter und zwei minderjährige Einkaufsberater im Auto ab zum Spielwarengroßdealer. Hier mache ich zwei durchaus interessante Erfahrungen. Wenn du mit drei Roma Frauen einkaufen gehst, hast du die ungeteilte Aufmerksamkeit von doppelt so viel Personal in einem lichten Umkreis von rund 5m. Ich wusste gar nicht, dass abseits der Kasse so viel Personal vorhanden ist.
Die Zweite war, ich habe eigentlich noch nie jemanden mit so viel Konzentration und Aufmerksamkeit sein wohl erstes selbst ausgesuchtes Weihnachtsgeschenk aussuchen sehen, wie diese beiden Romamädchen. Angesagt war maximaler Spielwert bei Berücksichtigung der Wertgrenze die vorher gesetzt war. Ein Denkanstoß wie satt wir heutzutage sind, wenn man bedenkt, dass der Weihnachtsbaum tunlichst unter den Geschenken verschwinden soll und wie gering die Wertschätzung dessen ist, was wir dort bekommen haben.
Während des durchaus sehr lebhaften Entscheidungsprozesses amüsierte ich mich ausnehmend gut damit, die Mitarbeiter des Discounters dabei zu beobachten, wie sie diese Gruppe unauffällig unter Beobachtung zu halten versuchten.

18:15 Vier Puppen und drei riesige Feuerwehrautos machen den Transporter wieder zum Geschenkeschlitten. Diese übertarifliche Aufwandsvergütung kurzfristig zwangsverpflichtetem Personal gegenüber wurde übrigens nicht aus Vereinsmitteln bestritten, sondern durch einen privaten Spender.

19:30 Alles wieder im Plan, Couch!

Fazit:
Die Weihnachtsgeschenkeaktion 2015 war ein voller Erfolg. Von den ursprünglich vorhandenen 500 Tüten sind weniger als 100 übrig. Somit haben wir tatsächlich zwischen 350 und 400 Geschenke an Kinder verteilen können.

Weiterhin erfreulich war aus meiner Sicht, dass dieses Jahr auch bedürftige Familien türkischer und deutscher Herkunft das Angebot des Vereins wahrgenommen haben, auch wenn es am 23.12. einige Irritationen gab, die wohl auf Missverständnissen bei der Kommunikation beruhten.

An Restbeständen verbleiben dem Verein derzeit ungefähr:
– Ein halber Umzugskarton Comics
– Einige Puzzles bei den denen die Kartons beschädigt waren und daher nicht
ausgegeben wurden
– Bücher wie: Deutschlands schönste Topfpflanzen, Kinderbibeln u.ä. Titel
– Ein Wäschekorb VHS Videokassetten
– Ein Paar Inliner, Größe 44

Comics und Bücher werden wir im Laufe der nächsten Wochen an die öffentlichen Bücherregale in der Umgebung verteilen. Dasselbe gilt für die VHS Kassetten. Da es vom Aufwand her nicht vertretbar ist die Puzzles auf Vollzähligkeit zu prüfen, werden wir diese wohl schweren Herzens in die Altpapiersammlung geben müssen. Dies trifft auf ungefähr 10% der gespendeten Puzzles zu. In dieser Sache möchten wir den Hinweis geben, sofern Puzzles nicht Originalverpackt sind, in Zukunft bitte den Inhalt noch einmal in eine Plastiktüte o.ä. zu geben, damit bei Transportschäden trotzdem die Vollzähligkeit erhalten bleibt. Wir sind auch zuversichtlich für das Paar Inliner einen Besitzer finden zu können.

Wir möchten allen Spendern noch einmal herzlich für ihren Einsatz danken, die damit vielen Kindern ein sonst wohl eher tristes Weihnachtsfest schöner gemacht haben. Für den Verein war dieser Event auf Grund seiner derzeit sehr angespannten Personallage ein nicht unerheblicher Kraftakt. Wir sind trotzdem froh uns entschieden zu haben ihn dennoch durchzuführen. Wer die Bilder betrachtet, erhält nur einen kleinen Eindruck davon, wie viel Glück durch diese Gaben an diesem Tag erzeugt wurden.

Wir wünschen allen Mitbürgern einen guten Rutsch und ein durch Gesundheit und persönliche Zufriedenheit erfülltes 2016.

 

Dez 30

Der Verein, Hartz IV und ich

Da am 29.07. alle ehrenamtlichen Helfer im Verein, die sonst die Hartz IV Bürokratie mit ausgefüllten Formularen am Leben halten erkrankt waren, sprang ich kurzerhand ein. Ist ja kein Ding. Als Beamter kann man Formulare und Hauptanträge hatte ich im Bekanntenkreis ja auch schon häufiger ausgefüllt.

Hochmut kommt vor dem Fall.

Zum einen haben sich die Formvordrucke geändert, seit ich das letzte Mal das zweifelhafte Vergnügen hatte die totale Nacktheit der eigenen Lebensumstände für die Sozialbürokratie zu dokumentieren. Konnte man früher alle Kinder auf einem Formular aufführen, bis auf Vornamen und Geburtsdatum sind die anderen Daten ja gleich, darf man heute für jedes Kind bis 15 Jahre eine Anlage KI (Kinder) ausfüllen, ab 16 für jedes eine Anlage WEP (Weitere Person). Zum anderen bestechen die derzeitigen Formulare durch maximale Unbedienbarkeit.

Danke liebe Bundesanstalt für Arbeit!

Hinzu kommt, dass ich mich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass in den Jobcentern bei einer bestimmten Klientel die Anzahl des zu erzeugenden Papiers vorsätzlich maximiert wird, um so möglichst viele Fehlerquellen zu erzeugen.

Fall 1

Junge Mutter 20, alleinerziehend, wohnhaft bei der eigenen Mutter.

Nach Aussage des Jobcenters bilden diese 3 Menschen keine Bedarfsgemeinschaft. Aha, früher war eigentlich alles im selben Haushalt eine BG. Regeln ändern sich.
Zur Vorlage beim Jobcenter waren vorzubereiten:

Hauptantrag, Anlage Kind, Anlage WEP (für Oma), Anlage VM (bei fehlendem eigenen Konto), Anlage KDU (Wohnung zahlt Oma), Arbeitslosenmeldung bei U 25, Anlage Unterhalt 3(UH 3, für den Säugling) Anlage Unterhalt 4 (UH 4, als unter 25 Jährige, wohnhaft bei der Mutter)

Da fragt man sich als deutscher Beamter sehr ernsthaft ob gewisse Teile der öffentlichen Verwaltung noch alle Latten auf dem Zaun haben!

Entweder sind die drei eine BG, dann reicht ein Antrag, oder sie sind es nicht, dann reichen die Anträge, die für die jeweils betroffenen Personen relevant sind. Was ich bisher unterschlagen habe, die Mutter unserer 20 jährigen Kundin hatte einen ähnlichen Wust an Formularen bereits für ihre Person beim JC eingereicht. Ich nehme nun bösartigerweise an, dass bei einer gewissenhaften Prüfung der dann vorliegenden 5 Kg Papier, sich in den Anträgen Differenzen ergeben, welche zur Begründung herangezogen werden, nicht zahlen zu müssen. Chapeau JC!

Fall 2

Bisher war die Ehefrau mit einem Minijob „der Ernährer“ der Familie. Da nun der Ehemann einen Job beim Trockenbau hat, wird er der Bedarfsgemeinschaftsvorsitzende.
1. Problem der 18 jährige Sohn wird vom JC nicht als BG Mitglied akzeptiert. Macht aber nichts, da er nächsten Monat eh zu Verwandten nach Spanien ziehen wird. Gut, erspart mir eine Anlage WEP,eine Anlage VM und eine Anlage EK. Bleiben 4 Kinder. Eines über, die anderen unter 16 Jahre.

Macht in der Summe:

Hauptantrag, 2 Anlagen WEP, 3 Anlagen VM, 3 Anlagen KI, 3 Anlagen EK, Anlage KDU.

Alle Unterlagen liegen dem JC bereits vor, das ist dem Bescheid der alten Bedarfsgemeinschaft zu entnehmen. Warum also nur für die Vergabe einer neuen BG Nummer ein halber Wald verdruckt werden muss entzieht sich meinem Verständnis.

Nach mittlerweile 5 Stunden Frustbewältigung beim Ausfüllen der Formulare und der Entwicklung einer Post-Traumatischen-Stress-Belastung auf Grund der andauernd wiederholt einzugebenden persönlichen Daten der Antragsteller, empfand ich die abschließend per Hand auszufüllenden drei Anträge auf Unterhaltsvorschuß geradezu erfrischend. Allerdings nur so lange, bis ich feststellte, dass auch hier nur Name des Kindes und das Geburtsdatum sich auf einem vierseitigen Vordruck änderten. Effizienz geht anders!

Abschließendes Fazit dieses verregneten Mittwochs:

Ich spreche denjenigen unserer freiwilligen Mitarbeiter meine höchste Dankbarkeit und Anerkennung aus, dass sie sich diesem Theater jeden Tag aufs Neue stellen.
Auch mal einen herzlichen Dank an Lumi, die aus den Antragstellern die Angaben herauskitzelte, die ich brauchte. Ich konnte an gezückten und wieder weggesteckten Unterlagen sehen, dass sie Missverständnisse bezüglich Unterlagen bereits vor dem Aufkommen von Irritationen erledigte. Es ist mit Sicherheit ihr zu verdanken, dass diese Veranstaltung nur fünf Stunden dauerte.

Kurt Klein